SSL-Verschlüsselung: So schützen Sie Ihren Webauftritt

Interview mit Andrea Koch, Sales und Marketing Managerin

1. Mit welcher Herausforderung haben Sie es bei regionalen Unternehmen zu tun?

Kleinere und mittelständische Unternehmen stehen häufig vor der Aufgabe, sich kompetent mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. Sie verfügen zwar über eine Website, aber in den wenigsten Fällen gibt es einen Experten im Haus, der sich um den Webauftritt kümmert. So kommt es beispielsweise immer wieder vor,  dass Kunden ein Kontaktformular in ihre Website integriert haben, ohne über eine verschlüsselte Verbindung zu verfügen. Damit verstoßen sie gegen das Telemediengesetz ohne es zu wissen. Hier setzt unsere Beratungsarbeit an.

2. Was ist SSL eigentlich?

Eine SSL-Verbindung (Secure Socket Layer) ist eine verschlüsselte Netzverbindung zwischen einem Server und einem Client (Browser). Hacker, Kriminelle und Spione sind immer an Daten interessiert. Sie können überall dort aktiv sein, wo Daten übertragen werden. Durch eine SSL-Verbindung soll verhindert werden, dass Unbefugte versuchen, sich diese Daten anzueignen.

3. Wer ist an einer sicheren Datenübertragung interessiert?

Die Suchmaschine Google, die Daten gerne verschlüsseln möchte, aber auch der Gesetzgeber. Der hat im seit 24. Juli 2015 geltende Telemediengesetzes (TMG) geregelt, dass jeder,  der eine Website mit Shopfunktion, Buchungsformular oder Kontaktformular betreibt, also persönliche Daten über seine Website übermittelt, für die verschlüsselte und gesicherte Übertragung dieser Daten verantwortlich ist. Der neue Paragraf 13 des TMG schreibt fest, dass Dienstanbieter für das Verhindern unerlaubter Zugriffe auf die für ihre Telemedienangebote genutzten technischen Einrichtungen verantwortlich sind. Hierzu zählt insbesondere die Anwendung eines als sicher anerkannten Verschlüsselungsverfahrens. Gleichzeitig wurde auch der TMG-Bußgeldkatalog erweitert. Unzulängliche, fehlerhafte oder ausbleibende Schutzmaßnahmen können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

4. Was empfehlen Sie Ihren Kunden, um diese Herausforderung innovativ zu lösen?

Wer eine Website betreibt, sollte in jedem Fall jemanden bestimmen, der sich für diese inhaltlich, technisch und rechtlich verantwortlich fühlt. Ob es sich dabei um einen kompetenten Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen oder eine Agentur handelt  ist zweitrangig. Hauptsache die fachliche Qualifikation stimmt. Der für die Website Verantwortliche muss regelmäßig Zeit dafür einplanen, sich mit aktuellen, die Website betreffenden Themen auseinanderzusetzen. Nur eine Website, die kontinuierlich auf dem aktuellen Stand gehalten wird, wird von Google und Kunden honoriert.

5. Wie kann ich die Ansprüche des Gesetzgebers erfüllen?

Ein  Unternehmen, das für seine Website noch keine verschlüsselte Verbindung nutzt, sollte zügig prüfen, ob es dazu gesetzlich verpflichtet ist. Falls ja, sollte es umgehend ein entsprechendes Zertifikat für die eigene Website buchen. Der Weg zu einer verschlüsselten Website ist ganz einfach: Damit die eigene Website eine verschlüsselte Verbindung gewährleistet, muss der  Website-Inhaber ein entsprechendes Zertifikat bei seinem Provider anfordern. Zum Beispiel kann es sich um ein SSL-Zertifikat handeln, dass gegen eine laufende Gebühr vom Provider zur Verfügung gestellt wird. Durch ein solches Zertifikat ist die Verbindung zur Website sicher und verschlüsselt.

6. Welchen finalen Mehrwert hat Ihr Kunde von Ihrer Empfehlung?

Inhaber einer Unternehmenswebseite profitieren von einer SSL-verschlüsselten Homepage direkt. Die Suchmaschine Google hat ein starkes Interesse daran, dass Websites Daten verschlüsseln. Aber auch das Unternehmen profitiert von der Erhöhung der Sicherheitsstandards im Online-Datenverkehr. Trägt eine Website das Siegel „SSL-zertifiziert“, dürfen sich Nutzer und Kunden sicher sein, hier wird mit ihren Daten sorgfältig umgegangen und es wird in die Sicherheit ihrer Daten investiert. Dieses Signal kommt an – nicht nur bei Google, sondern auch bei Kunden, dessen Vertrauen in das Unternehmen wächst.

Vielen Dank an Andrea Koch für das interessante Interview.


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